Ohne Nachwuchs keine Zukunft

Handwerker aus Main-Spessart wie Thomas Heusslein präsentieren Gewerke auf der MSP-Expo

Ohne Nachwuchs keine Zukunft

Mit der urigen Hinterhofwerkstatt im Münchener Lehel, in der die Holzspäne munter durch die Luft wirbeln und der rothaarige Klabautermann Pumuckl sein Unwesen treibt, hat das heute nichts mehr zu tun. Das Schreinerhandwerk ist längst in der Zukunft angekommen. In der Schreinerei Heusslein in Birkenfeld südöstlich von Lohr a.Main planen und fertigen acht Mitarbeiter mittels CAD-Programmen und CNC Techniken Treppen, Türen, Tische auf Kundenwunsch. „Wir sind hochtechnisch aufgestellt und können mit allen großen Industriebetrieben mithalten“, sagt Thomas Heusslein, Inhaber und Kreishandwerksmeister Main-Spessart. Einziger Wehrmutstropfen: Heusslein plagt - wie viele andere Betriebe - der Fachkräftemangel.

Auf der Verbraucherausstellung MSP-Expo vom 29. September bis 3. Oktober 2018 in Lohr a.Main ist dem Handwerk eine ganze Halle gewidmet. 

Heusslein und viele seiner Kollegen aus der Region stellen in der großen Halle „Handwerk & Bauen“ ihre Gewerke, Dienstleistungen und Produkte vor. Gleichzeitig kann sich der Nachwuchs über Ausbildungswege und spätere Einsatzbereiche informieren. Denn Handwerk hat nach wie vor goldenen Boden.

Die Auftragsbücher sind voll, Dachdeckern, Malern und Fliesenlegern geht es gut. „Immer mehr Privatkunden sind wieder bereit, für gute Leistung auch gutes Geld zu zahlen“, sagt Thomas Heusslein, der seinen Betrieb in dritter Generation führt. Doch dem Firmeninhaber und fünffachem Vater fehlt es an gutem Fachpersonal. „Aktuell würde ich zwei ausgebildete Schreiner einstellen“, sagt Heusslein. Doch der Markt ist leergefegt. Auch an Nachwuchs mangelt es. Das betrifft alle Gewerke. In der Region Main-Spessart gibt es aktuell 100 offene Ausbildungsstellen. „Es sind einfach keine Bewerber da“, weiß Heusslein. „Viele Jugendliche wollen lieber studieren, als ein Handwerk zu erlernen.“ Dabei ist das Theoriebüffeln im Vorlesungssaal längst nicht für jeden das Richtige. 

Für Thomas Heusslein stand nie ein anderer Beruf zur Debatte. Sein Großvater gründete den Betrieb. Damals war die Firma Heusslein noch eine Zimmerei. „Mein Vater war allerdings nicht schwindelfrei“, erinnert sich der Familienvater und schmunzelt. Aus diesem Grund wurde der Betrieb bodenständig.Die Schreinerei Heusslein hat sich auf den Innenausbau spezialisiert und plant, berät und fertigt Türen, Fenster, Küche, Treppen. Hinzu baut das Unternehmen seit zehn Jahren Brandschutztüren aus Holz, ein aufwendiger Bereich, denn die Türen müssen lizensiert werden.

Dass das Schreinerhandwerk immer noch ein bisschen wie das Pumucklhandwerk gesehen wird, treibt Heusslein um. „Wir sind längt in der Zukunft angekommen“, sagt er. Davon überzeugen können sich Interessierte auf der MSP-Expo vom 29. September bis 3. Oktober in Lohr.

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